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Unter Schwankungen aufwärts

Fernab seiner Heimat Schwäbisch Hall erlebt US-Stipendiat Luca Neumeister (WGL/Post SG) derzeit die Höhen und Tiefen des amerikanischen College-Sports. Am vergangenen Freitag gab es für den Nachwuchsläufer wieder Grund zur Freude: Beim Kennemer Classic Invitational in Florence im US-Bundesstaat Alabama zeigte er als „Sophomore“ in seinem zweiten College-Jahr das bislang beste Rennen seiner College-Laufbahn.

Dabei hatte es nur zwei Wochen zuvor noch ganz anders ausgesehen. Nach einem starken Auftritt unter schwierigen Bedingungen in Oakville war Luca eigentlich zuversichtlich zum Christian Brothers University XC Invitational nach Memphis, Tennessee, gereist. Doch eine schwierige Woche machte ihm einen Strich durch die Rechnung. Zunächst wurde bei ihm eine Magenschleimhautentzündung diagnostiziert, ehe er sich bei einer Trainingseinheit auf dem Laufband auch noch eine leichte Zerrung der hinteren Oberschenkelmuskulatur zuzog.

Die Folgen machten sich im Wettkampf deutlich bemerkbar. Ausgerechnet bei endlich einmal günstigen Laufbedingungen fand Luca über die acht Kilometer nicht zu seinem gewohnten Rhythmus. Nach 26:32,3 Minuten erreichte er als 28. das Ziel und musste dabei sechs seiner Mannschaftskameraden von der University of Tennessee Southern den Vortritt lassen.   Nach einigen ruhigeren Tagen konnte Luca jedoch wieder ins volle Training einsteigen. Eine Trainingswoche mit insgesamt 110 Kilometern, darunter zwei anspruchsvolle Intervalleinheiten, deutete darauf hin, dass er seine Form wiedergefunden hatte. Mit Blick auf die näher rückenden Meisterschaftsrennen kam eine überzeugende Leistung genau zum richtigen Zeitpunkt.

In Tuscaloosa wartete allerdings starke Konkurrenz. Das gut besetzte Teilnehmerfeld umfasste zwölf Mannschaften, darunter mehrere Universitäten aus der NCAA Division I, der höchsten Leistungsklasse des amerikanischen Hochschulsports. Für die Firehawks der University of Tennessee Southern, die im kleineren NAIA-Verband antreten, bedeutete dies eine weitere Standortbestimmung gegen teilweise deutlich größere Hochschulen. Die Firehawks haben in dieser Saison bereits mehrfach gezeigt, dass sie auch mit Mannschaften größerer Universitäten mithalten können. Eine wichtige Rolle spielt dabei der kenianische Spitzenläufer Frank Kipruto, der sich mittlerweile unter den besten Crossläufern der NAIA etabliert hat und dieses Mal wieder überzeugte.

Entsprechend hoch war das Tempo von Beginn an. Bei der großen Zahl leistungsstarker Läufer ging es auf den ersten Kilometern recht eng zu. Luca setzte auf ein kontrolliertes Anfangstempo und arbeitete sich anschließend kontinuierlich nach vorne. Dabei musste er immer wieder Lücken suchen und sich seinen Weg durch das Feld bahnen. Gemeinsam mit seinem Teamkollegen Bruno Villazon passierte er die Fünf-Kilometer-Marke nach 16:08 Minuten. Anders als noch in Memphis konnte Luca diesmal auch auf den letzten drei Kilometern sein Tempo hochhalten. Auf dem Schlussabschnitt machte er weitere Plätze gut und überquerte schließlich nach starken 25:45,4 Minuten als 18. die Ziellinie. Damit verbesserte er seine persönliche Bestleistung über acht Kilometer deutlich und blieb erstmals unter der Marke von 26 Minuten.

Nur knapp vor Luca erreichten seine Mannschaftskameraden Martin van Hamme aus Belgien und Amos Rotich aus Kenia das Ziel. Besonders erfreulich aus Sicht des Schwäbisch Hallers: Mit seinem starken Auftritt gehörte er diesmal zu den fünf besten Läufern seines Teams und trug damit unmittelbar zum Mannschaftsergebnis bei.

Auch als Mannschaft konnten die Firehawks überzeugen. Hinter dem NCAA-Division-I-Team von Jacksonville State belegten sie einen ausgezeichneten zweiten Platz. Dabei ließen sie unter anderem die Konkurrenz von North Alabama, West Florida und Austin Peay hinter sich. Der positive Trend der Firehawks setzt sich damit fort. Erst vor wenigen Wochen hatte sich Tennessee Southern erstmals unter die zehn besten Mannschaften der nationalen NAIA-Rangliste geschoben. Nun gelang bereits der Sprung auf Platz sechs. Auch für Luca persönlich kommt die neue Bestzeit zum richtigen Zeitpunkt und dürfte ihm zusätzliches Selbstvertrauen für die kommenden Aufgaben geben.

Viel Zeit zum Durchatmen bleibt allerdings nicht. Der dicht gedrängte Wettkampfkalender im amerikanischen College-Crosslauf lässt kaum Pausen zu. Bereits in wenigen Tagen steht mit der Appalachian Challenge in Knoxville der nächste Wettkampf für den Schwäbisch Haller und seine Firehawks auf dem Programm.

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